Text D:Deutsche Geschichte
(一)课文原文
„Deutschland“, als einen Staat mit einer Regierung, gibt es seit 1871. Bis dahin gab es viele deutsche Staaten mit vielen Regierungen. Allerdings gab es schon früh enge Beziehungen zwischen diesen Staaten. Seit dem 10. Jahrhundert schlossen sie sich zu mehr oder weniger festen Bündnissen zusammen. Das heißt, bis 1871 ist die „deutsche Geschichte“ eine Geschichte von vielen Einzelstaaten, die durch Bündnisse miteinander verbunden waren. Die Geschichte dieser Bündnisse begann im 10. Jahrhundert mit dem „Römischen Reich“ und ging über das „Heilige Römische Reich Deutscher Nation“ (15. Jhd. bis 1806) bis zum „Deutschen Bund“ (1818 bis 1866). Trotz dieser Bündnisse aber ist die deutsche Geschichte bis 1871 auch eine Geschichte von Königen und Fürsten, Staaten und Städten, die ihre eigenen Interessen hatten und einer „deutschen Einheit“ oft entgegenarbeiteten.
In den 60er-Jahren des 19. Jahrhunderts wurde Preußen mit Otto von Bismarck zum mächtigsten deutschen Staat. Bismarcks Ziel war eine deutsche Einheit. Er wollte einen deutschen Staat mit einer Regierung. 1871 schlossen sich die deutschen Staaten dann zum deutschen Reich zusammen. König Wilhelm I. von Preußen wurde deutscher Kaiser. Es war zum ersten Mal in der deutschen Geschichte, dass Deutschland ein Staat war.
1914 begann der Erste Weltkrieg, der Deutschland nicht nur den militärischen, sondern auch den politischen Zusammenbruch brachte. Unmittelbar nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 stiegen der Kaiser und die deutschen Fürsten von ihren Thronen. Das war das Ende des Kaiserreichs. Deutschland wurde Republik. Doch die Republik hatte große Schwierigkeiten. Zunächst waren es vor allem wirtschaftliche, dann auch politische Schwierigkeiten. 1932 wurde die nationalsozialistische Partei Adolf Hitlers die stärkste Partei, 1933 wurde Hitler Reichskanzler. Das war das Ende der Weimarer Republik. Hitlers „Drittes Reich“ dauerte zwölf Jahre, von 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 teilten die Sieger — die USA, Großbritannien, die Sowjetunion und Frankreich — Deutschland sowie die Stadt Berlin in vier Zonen ein. Es gab dann eine amerikanische, eine britische, eine sowjetische und eine französische Zone. In den folgenden Jahren entstand in den Zonen der westlichen Mächte ein demokratisches marktwirtschaftliches System, in der sowjetischen Zone ein sozialistisches. Seit 1949 gab es dann zwei deutsche Staaten: die Bundesrepublik Deutschland und die Deutsche Demokratische Republik. Deutschland blieb 41 Jahre geteilt. Nachdem am 09. November 1989 das Symbol der deutschen Teilung, die Berliner Mauer, gefallen war, folgte knapp ein Jahr später, am 03. Oktober 1990, die „Wiedervereinigung“.
