Text D Wandergeschichten
(一)课文原文
Haben Sie sich schon einmal mit Menschen aus anderen Ländern über Schule und Bildung unterhalten? Dann haben Sie sicher gemerkt, dass es da schnell Kommunikationsprobleme gibt, weil die Bildungssysteme überall etwas anderes aufgebaut sind.
Wie ist das in Deutschland?
Deutschland ist ein föderalistischer Staat, d.h. die Regierungen der einzelnen Bundesländer können u. a. die Bildungspolitik unabhängig von der Bundesregierung gestalten. Natürlich gibt es einen gemeinsamen Rahmen und gemeinsame Bildungsstandards. Trotzdem ist es so, dass sich sogar zwischen den Bundesländern die Bildungsinhalte, Bildungswege und Leistungsanforderungen in den Schulen unterscheiden.
Aber hier wollen wir nicht weiter ins Detail gehen, sondern einmal das gemeinsame Grundprinzip betrachten:
Die meisten Kinder besuchen ab dem dritten Jahr bis zum Ende des fünften Jahres einen Kindergarten. Das ist keine Pflicht und kostet etwas, aber nicht viel (ca. 80 Euro pro Monat). Seit einiger Zeit haben aber alle Kinder, und damit ihre Eltern, gesetzlich ein Recht auf einen Kindergartenplatz. Dadurch soll es auch für die Eltern leichter werden, Arbeit und Kindererziehung zu vereinbaren. Und Kinder, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, haben so die Chance gut Deutsch zu lernen, damit sie dann in der Schule einen besseren Start haben.
Der „Ernst des Lebens“ beginnt mit sechs oder sieben Jahren. Ab dann besteht eine neunjährige Schulpflicht für alle Kinder. Der Besuch der öffentlichen Schulen ist kostenlos. Anders als in anderen Ländern besuchen die Schüler und Schülerinnen in Deutschland nur vier Jahre lang gemeinsam die Grundschule (Primarstufe). Dann wird schon die wichtige Entscheidung getroffen, wie der weitere Bildungs- und Lebensweg aussehen soll; Welche weiterführende Schule (Sekundarstufe I) soll ein Kind besuchen – die Hauptschule, die Realschule oder das Gymnasium? In manchen Bundesländern entscheiden das die Lehrer der Grundschule zusammen mit den Eltern, in anderen sogar ohne die Eltern, aber wie auch immer, viele finden, das ist zu früh. Diese Frage wird in Deutschland immer wieder diskutiert.
Die drei Schultypen der Sekundarstufe I unterscheiden sich in den Leistungsanforderungen und in den Anteilen von Theorie und Praxis.
Welches Kind geht nun auf welche Schule? Nehmen wir als Beispiel mal Helena, Paul und Carlo, die schon zusammen im Kindergarten und auf der gleichen Grundschule waren.
Carlo hat zwar im Kindergarten gut Deutsch gelernt – seine Muttersprache ist Italienisch – aber Lernen ist nicht seine Sache und seine Noten sind nicht so gut. Er hat, wie ca. 38 Prozent① seiner Mitschüler und Mitschülerinnen, eine Empfehlung für die Hauptschule bekommen. Dort ist der Unterricht stark Praxis orientiert und bereitet auf einen handwerklichen oder kaufmännischen Beruf vor. Nach der neunten Klasse macht Carlo den Hauptschulabschluss; ein zehntes Schuljahr kann er noch freiwillig machen. Danach macht er eine Berufsausbildung in einem Betrieb und geht gleichzeitig auf die Berufsschule. (Das nennt man das „Duale System“)
Paul ist ein heller Kopf und hat ganz gute Noten. Aber Lesen und Lernen mag er auch nicht besonders, er ist kein „Lerntyp“. Er bekommt eine Empfehlung für die Realschule. Er kann sich dort zwischen einer erweiterten Bildung in „Natur und Technik“ oder „Wirtschaft und Gesellschaft“ oder einer zweiten Fremdsprache entscheiden. Und nach der zehnten Klasse macht er die Realschulabschlussprüfung, bzw. die „Mittlere Reife“, und wird dann entweder eine Ausbildung machen oder auf einer weiterführenden Schule die Fachhochschulreife erwerben und an einer Fachhochschule (FH) studieren. Wie er machen es ca. 21 Prozent seiner Mitschüler und Mitschülerinnen, Tendenz steigend.
Helena hat nur sehr gute Noten in ihrem Zeugnis. Sie ist schon eine richtige „Leseratte“, Lernen macht ihr Spaß und sie weiß jetzt schon, dass sie mal Ärztin werden will. Also ist der Fall klar: sie bekommt eine Empfehlung fürs Gymnasium und wird dort auf akademisches Lernen und ein Studium vorbereitet. Wenn ihr das doch nicht gefällt, kann sie das Gymnasium nach der 10. Klasse mit der Mittleren Reife verlassen und eine Berufsausbildung machen. Ansonsten steht sie in der Oberstufe (Sekundarstufe II) weiter bis zur 12. oder 13. Klasse. Am Ende steht die „Hochschulzugangsberechtigung", die man in Deutschland braucht, um an einer Universität zu studieren. Das ist für deutsche Schülerinnen und Schüler genauso wichtig und aufregend, wie in China die „Gaokao", und ein riesiger Stress für die ganze Familie. Aber ca. 25 Prozent der Schüler und Schülerinnen schaffen es, Tendenz steigend.
Helena geht den direkten Weg an die Universität. Aber da das deutsche Bildungssystem lebenslanges Lernen unterstützt, gibt es auch für Carlo und Paul verschiedene Möglichkeiten sich weiterzubilden, wenn sie das möchten. Doch auch Handwerker und Fachkräfte ohne Hochschulabschluss haben auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland sehr gute Chancen.
